Mehr Öl, weniger Körperfett ?

Mattsee (leo). Der Antheringer Thomas Josef Frauenlob erhielt eines Tages von seinem Arzt die bestürzende Diagnose: Bluthochdruck, Gefäßerkrankung und Verdacht auf Herzerkrankung.  Er wog über 90 Kilogramm bei 1 Meter 75 Körpergröße und seine überforderten Gelenke schmerzten bei jeder Bewegung. Josef war verzweifelt.

JosefFrauenlob
Thomas Josef Frauenlob erzählt im Hauptquartier der Gaumenfreunde seine berührende Geschichte.

Heute, vier Jahre später, wiegt er schlanke 75 Kilo, die einstigen Probleme sind gänzlich verschwunden. Josef ist ein neuer, glücklicher, schlanker und gesunder Mensch geworden. Was ist geschehen ?

Als Josef Frauenlob vor vier Jahren mit Verdacht auf Arteriosklerose, also Gefäßverkalkung konfrontiert war, begann er in seiner Verzweiflung, sich mit gesunden Ölen zu beschäftigen. Schnell wurde ihm bei seinen intensiven Forschungen und Recherchen klar, dass gesunde Öl im Supermarkt nicht zu kaufen sind. Viele bekommt man in Bio-Supermärkten und Reformläden, doch Frauenlob konnte auch hier oftmals nicht feststellen, wie diese Öle hergestellt worden waren. Denn auch wenn die Öle oftmals tatsächlich gesund sind, kann es immer noch sein, dass sie bei über 40 Grad Celsius erwärmt worden sind – und dann sind die wertvollen sekundären Pflanzenstoffe verdampft.

Kurzerhand ließ er sich eine eigene Ölpresse bauen. Und zwar eine, die nicht wie herkömmlich die wertvollen Schwebstoffe, die unser Körper so braucht, durch Erwärmen vernichtet, sondern eine mit Wasserkühlung, sodass jedes Öl seine ideale Temperatur hat.

Er ist mittlerweile ausgebildeter Ernährungsberater und lässt uns einen Abend lang im Gaumenfreunde-Hauptquartier an seinem wertvollen Wissen teilhaben. Und das Schönste daran ist: er lässt uns auch kosten! Und was ?! Tadaa – wir Gaumenfreunde freuen uns, eine neue, hochwertige und gesunde Produktpalette aufnehmen zu können: die Öle aus der Salzburger Ölmühle !

Wozu denn Öle ? mag sich mancher denken. Ich hab mein Premium Olivenöl des Supermarktes meines Vertrauens, das ich seit Jahren benutze. Da steht drauf, dass es aus erster Pressung ist und wie gesund doch Olivenöl ohnehin ist, das weiß doch jedes Kind. Bislang. Josef Frauenlob aber öffnet uns an diesem Abend die Augen über die Lobby der Ölindustrie, die an unserer Gesundheit nicht interessiert ist. Wir wissen wenig darüber, woher das Öl kommt, das wir kaufen. Und wir wissen noch weniger darüber, was es in unserem Körper anrichten kann.

Was sind Transfette und was richten sie in unserem Körper an ?

Transfette sind kurz gesagt ungesättigte Fettsäuren, Diese sind in Milchprodukten und in Fleisch von Wiederkäuern enthalten, also Rind-, Lamm- und Ziegenfleisch sowie im Hirschfleisch. Fast food, Fertiggerichte, minderwertige Margarine und Backwaren (industriell gefertigtes Brot, Kekse) enthalten diese minderwertigen Triglyceride. Und beim Erhitzen über 130 Grad Celsius werden aus Pflanzenölen auf einmal diese für den Körper schädliche Transfette. Soviel zum guten alten Olivenöl aus dem Supermarkt !

Transfette sind also gesundheitsschädlich. Sie erhöhen das so genannte schlechte Cholesterin. Sie werden als Mitverursacher von koronaren Herzkrankheiten angesehen (Arteriosklerose, Herzinfarkt).

Das Prinzip der guten Fette – oder: jeden Tag ein Löffelchen

Wir erfahren an diesem Abend von der wertvollen Arbeit der promovierten Pharmakologin und 1979 Anwärterin für den Friedensnobelpreis für Medizin  Dr. Johanna Budwig, die beweisen konnte, dass schwere Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Depressionen auf eine gestörte Zellatmung zurückzuführen sind. Budwig entwickelte das Prinzip der guten Fette. Die gute und einfache Nachricht ist: wir brauchen keine teuren und langwierigen Therapien, um uns selbst zu heilen, sondern nur die richtigen essentiellen Fettsäuren. Kurz gesagt, jeden Tag ein Löffelchen Bio-Öl !

Welche Öle sind gut für mich ?

Leinöl sei das wichtigste für den Menschen, für Körper und Geist gleichermaßen wertvoll, so Frauenlob. Die Wirkstoffe des Leinöls sind entzündungshemmend, beugen Herzinfarkt und Schlaganfall vor, können den Cholesterinspiegel regulieren, sind gut gegen Rheuma und Arthritis, wichtig für den Zellstoffwechsel und schließlich sogar stimmungsaufhellend. Die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren (Omega 3) halten uns einfach rundum gesund.

Kokosöl ist ein Alleskönner, das wir schon bisher für die Hautpflege und zum Braten verwendet haben. Kokosöl dämpft den Heißhunger auf Süßes, es kann also gut zum Abnehmen verwendet werden. Es kann Bakterien, Viren und Pilze bekämpfen und die Bildung freier Radikale eindämmen. Nun erfahren wir, dass die gesättigte Fettsäure der Kokosnuss gar nicht schädlich ist – eine Sensation in der Ernährungswissenschaft ! Also: als einzig bekanntes Öl bildet Kokosöl beim Braten, Backen und Frittieren KEINE schädlichen Transfettsäuren ! Heureka ! Es ist bekömmlich und kann leicht ohne Gallensäure und Bauchspeichelsäfte verdaut werden.

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Die Gaumenfreunde-Kids kosten das orientalische Schwarzkümmelöl – fachgerecht unter der Zunge eingenommen

Schwarzkümmelöl ist wie der Schilcher-Wein: entweder man liebt es oder man mag es eben nicht. Wer nun seinem Immunsystem etwas Gutes tun will, sollte einmal täglich ein Löffelchen nehmen – am besten unter der Zunge. So werden die Wirkstoffe über das Lymphgewebe am besten verwertet. Die Abwehrkräfte werden gestärkt, es hilft gegen Allergien, Neurodermitis, Diabetes Typ 2, Asthma bronchiale, Bluthochdruck und Blähungen.

Hanföl enthält ALLE für den Menschen essentiellen Aminosäuren – das haben wir sonst nur im Power-Food Chia-Samen. Es wirkt schmerzlindernd, beruhigend und sogar wundheilend. Aber Vorsicht – es kann leicht abführended wirken.

Aprikosenkernöl haben wir auch probieren dürfen. Es schmeckt fruchtig und samtig und duftet herrlich. Es wird noch dazu von der Haut leicht aufgenommen, fein für die Babypflege. Die Gaumenfreundinnen unter uns verwenden es künftig als Abschmink-Öl. Es ist auch gut für die Leber und kann als Anti-Migräne-Mittel verwendet werden.

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Thomas Josef Frauenlob presst täglich frisch und auch nach Bedarf. Bei der Pressung entstehen wertvolle Presskuchen, die wir auch einmal statt Chips & Co. knabbern können.

Ab sofort gibt es alle für uns wichtigen Bio-Öle auf Bestellung für den Gaumenfreund – jede Woche frisch !

Also, liebe Freunde und Freundinnen der Gaumenfreunde – ein Löffelchen für Dich, ein Löffelchen für mich – und GSUND bleiben ! Eure Obfrau und Gaumenfreundin Waltraud “Leo” Leobacher

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Dagmar Leobacher (l.) und Michaela Unterrainer (m.), Produktgruppe Kaffee, Tee, Spezialitäten folgt den interessanten Ausführungen. Hermann Signitzer (r.), Getränke und Öle, freut sich über den Produktzuwachs.
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Gaumenfreundin und Obfrau Waltraud “Leo” freut sich über die neue Kooperation mit Ölmüller und Ernährungsberater Thomas Josef Frauenlob aus Anthering.

 

 

“Food Coops sind Direktvermarkter bäuerlicher Betriebe” so die Landwirtschaftskammer OÖ

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Die GAUMENFREUNDE freuen sich über frische, regionale Produkte.

Mattsee (leo). Spannend war dieser Tage die Diskussion um die Wirtschaftskammer OÖ, die vier Einkaufsgemeinschaften in Oberösterreich wegen einer fehlenden Gewerbe-Berechtigung für den Handel mit Lebensmittel verklagen will.

Die Reaktion von BIO AUSTRIA OÖ folgte ein paar Tage später mit einem klaren “JA” für food coops. Dem folgte die Landwirtschaftskammer OÖ, dessen Vizepräsident Karl Grabmayr sich klar für die Einkaufsgemeinschaften ausspricht:

“Ich sehe die FoodCoops als eine sehr gute Chance in der Direktvermarktung unserer bäuerlichen Betriebe. Sie sind ein klares Zeichen dafür, dass man einen erfolgreichen Vermarktungsweg einschlagen kann. Das ist genau das, was wir wollen.”

Die Klage der Wirtschaftskammer OÖ ist noch nicht vom Tisch, es gilt, rechtliche Rahmenbedingungen der food coops zu prüfen. Klar ist, dass hier ein neuer Weg im Konsum beschritten wird und die Einkaufsgemeinschaften nicht mehr verschwinden werden, sondern ein klares Signal der Bevölkerung sind, sich eigenverantwortlich um regionale Produkte von Bauernhöfen und Familienbetrieben zu kümmern.

Mag. Waltraud Leobacher

Obfrau der Gaumenfreunde

Quellen:

Bezirksrundschau

BIO AUSTRIA OÖ

Ernährungssouveränität Österreich

 

Vom Supermarkt zum super Markt

Eine Einkaufsgemeinschaft zur Stärkung der Region entsteht in Mattsee.

Freitag abend, die wöchentliche Rallye mit dem Einkaufswagerl durch den Regal-Parcours ist im vollen Gange, dazu einschmeichelnde Musik, schillernde Verpackungen mit märchenhaften Versprechungen drauf, lockende Angebote… Wer denkt bei solch einer Einkaufstour schon daran, dass Supermärkte eine große Rolle spielen in der gegenwärtigen Ernährungs-, Energie-, Klima- und Wirtschaftskrise ?

Wenn wir hinter die Lebensmittelregale schauen, sehen wir nicht nur niedrige Löhne und unbezahlte Überstunden bei den MitarbeiterInnen, sondern auch Existenzgefährdung unserer Bauern und der kleinen Familienbetriebe. Durch die bewusste Überproduktion kommt es in der Natur zu einer massiven Belastung.

Was können wir tun?

Diese Frage haben sich einige MattseerInnen, darunter Hermann Signitzer, “Gut-leben-Aktivist” gestellt und werden nun die Einkaufsgemeinschaft namens „Gaumenfreunde“ als unabhängigen, gemeinnützigen Verein gründen.

Wir möchten uns einfach wieder selber um unsere Lebensmittel kümmern

so Mitgründerin Birgit Bitesnich, Marketingfachfrau und Ballett-Trainerin in Karenz und als werdende Mutter ganz besonders an gesunden Lebensmittel interessiert. „Wir haben Bauern und kleine Produzenten in der Region besucht, die uns gezeigt haben, wie sie wirtschaften. Die Hersteller, mit denen wir arbeiten wollen, produzieren regionale Vielfalt und wir kaufen von ihnen das, was die Natur eben gerade hervorbringt.“

Den Einkauf, die Finanzen und die Ladendienst-Aufgaben, werden die Vereinsmitglieder künftig erledigen. Haltbare Waren werden auf Vorrat besorgt, frische Produkte werden wöchentlich online bestellt. Jeder soll für eine bestimmte Produktgruppe zuständig sein.

Gaumenfreunde-Engagierte Michaela Unterrainer betont:

Ich möchte vor allem meinen Kindern vorleben, achtsam mit unseren Lebensmitteln umzugehen.

Regional und saisonal einzukaufen ist mir genauso wichtig, wie artgerechte Tierhaltung und stressfreie Schlachtung ohne unnötig lange Transportwege. Ich will nicht die großen Marktführer unterstützen, die oft nur Gewinnmaximierung im Kopf haben, sondern ich möchte dass es „den Bauern in unserer Nähe“ gut geht, um sein Überleben zu sichern und seine Arbeit wertzuschätzen.“

Wir kochen auch mal gern zusammen

ergänzt Mitgründerin Waltraud Leobacher, Trainerin und GSUNDHAUS-Betreiberin. „Im heurigen Sommer war die Ernte unglaublich gut – viel zuviel für einen Haushalt. Wir haben gemeinsam geerntet, eingekocht und geteilt. So war´s für jeden einzelnen weniger Arbeit und das gemeinsame Werken war außerdem eine Gaudi!“

Schon in Kürze werden die Gaumenfreunde wieder zur Tat schreiten:
in die Backstube zum gemeinsamen Kekserlbacken.