Vom Supermarkt zum super Markt

Eine Einkaufsgemeinschaft zur Stärkung der Region entsteht in Mattsee.

Freitag abend, die wöchentliche Rallye mit dem Einkaufswagerl durch den Regal-Parcours ist im vollen Gange, dazu einschmeichelnde Musik, schillernde Verpackungen mit märchenhaften Versprechungen drauf, lockende Angebote… Wer denkt bei solch einer Einkaufstour schon daran, dass Supermärkte eine große Rolle spielen in der gegenwärtigen Ernährungs-, Energie-, Klima- und Wirtschaftskrise ?

Wenn wir hinter die Lebensmittelregale schauen, sehen wir nicht nur niedrige Löhne und unbezahlte Überstunden bei den MitarbeiterInnen, sondern auch Existenzgefährdung unserer Bauern und der kleinen Familienbetriebe. Durch die bewusste Überproduktion kommt es in der Natur zu einer massiven Belastung.

Was können wir tun?

Diese Frage haben sich einige MattseerInnen, darunter Hermann Signitzer, “Gut-leben-Aktivist” gestellt und werden nun die Einkaufsgemeinschaft namens „Gaumenfreunde“ als unabhängigen, gemeinnützigen Verein gründen.

Wir möchten uns einfach wieder selber um unsere Lebensmittel kümmern

so Mitgründerin Birgit Bitesnich, Marketingfachfrau und Ballett-Trainerin in Karenz und als werdende Mutter ganz besonders an gesunden Lebensmittel interessiert. „Wir haben Bauern und kleine Produzenten in der Region besucht, die uns gezeigt haben, wie sie wirtschaften. Die Hersteller, mit denen wir arbeiten wollen, produzieren regionale Vielfalt und wir kaufen von ihnen das, was die Natur eben gerade hervorbringt.“

Den Einkauf, die Finanzen und die Ladendienst-Aufgaben, werden die Vereinsmitglieder künftig erledigen. Haltbare Waren werden auf Vorrat besorgt, frische Produkte werden wöchentlich online bestellt. Jeder soll für eine bestimmte Produktgruppe zuständig sein.

Gaumenfreunde-Engagierte Michaela Unterrainer betont:

Ich möchte vor allem meinen Kindern vorleben, achtsam mit unseren Lebensmitteln umzugehen.

Regional und saisonal einzukaufen ist mir genauso wichtig, wie artgerechte Tierhaltung und stressfreie Schlachtung ohne unnötig lange Transportwege. Ich will nicht die großen Marktführer unterstützen, die oft nur Gewinnmaximierung im Kopf haben, sondern ich möchte dass es „den Bauern in unserer Nähe“ gut geht, um sein Überleben zu sichern und seine Arbeit wertzuschätzen.“

Wir kochen auch mal gern zusammen

ergänzt Mitgründerin Waltraud Leobacher, Trainerin und GSUNDHAUS-Betreiberin. „Im heurigen Sommer war die Ernte unglaublich gut – viel zuviel für einen Haushalt. Wir haben gemeinsam geerntet, eingekocht und geteilt. So war´s für jeden einzelnen weniger Arbeit und das gemeinsame Werken war außerdem eine Gaudi!“

Schon in Kürze werden die Gaumenfreunde wieder zur Tat schreiten:
in die Backstube zum gemeinsamen Kekserlbacken.